Hochsensitive Menschen nehmen sehr viel mehr von ihrer Umwelt wahr, als weniger Sensitive. Das liegt daran, dass in ihrem Gehirn Reize nicht so stark gefiltert werden, wie bei den meisten anderen Menschen. Sie sind also reizoffener. Daher neigen sie, wenn sie vielfältigen Umwelteindrücken ausgesetzt sind, also z.b. Lärm, großen Menschenmengen oder Stress, zu schneller Überforderung oder genauer gesagt zu Überreizung. 

 

Bei Hochsensiblen kann das in verschiedenste Ängste ausarten. Aus diesem Grund ziehen sich viele Hochsensitive sehr gerne in ihre sogenannte “Komfortzone” zurück. Diese Zone ist der Bereich in dem sie sich sicher und entspannt fühlen, der bekannt und “ungefährlich” ist und eben nicht zur Überreizung führt. In unserer Komfortzone fühlen wir uns wohl und es ist unsere “Höhle”, in die wir uns zurückziehen, wenn das Leben mal wieder zu viel für uns wird. Dieser Ruhebereich ist auch absolut wichtig und richtig für uns, denn dort tanken Hochsensitive auf, erholen sich und lassen es sich gut gehen. 

 

Die Komfortzone ist die Höhle, in die sich

hochsensible Menschen zurückziehen wenn

ihnen mal wieder alles zu viel wird.

 

  Doch warum ist die Komfortzone auch und gerade für HSP (hochsensitive Personen) gefährlich? Und warum sollten Hochsensible diese gemütliche Komfortzone verlassen um sich ihren Ängsten zu stellen? Aus dem einfach Grund, dass es vielen feinfühligen Menschen oft ziemlich schwer fällt, ÜBERHAUPT noch aus ihrem Wohlfühlbereich herauszukommen. Die Welt “da draussen” ist für feinfühlige Menschen so voller Lärm und überfordernder Reize, dass manch einer sich es in seinem Rückzugsort schon sehr gemütlich und häuslich eingerichtet hat.

 

Der eine oder andere denkt nun vielleicht: “Ja, wo ist das Problem? Sollen Hochsensible doch in ihrer  Komfortzone bleiben, wenn es ihnen dort so gut gefällt. Solange sie weder sich noch anderen damit schaden, ist doch alles gut.” Eigentlich schon, wenn da nicht der kleine aber wichtige Umstand wäre, dass wir Menschen uns in der Regel nur durch Schwierigkeiten, Anstrengung und die Überwindung von Hindernissen persönlich weiterentwickeln. In unserer Komfortzone können wir zwar bequem (über)leben aber leben wir darin wirklich? Ist unsere Blase nicht eher wie eine Insel auf der wir von nichts und niemandem wirklich erreicht werden können und auch selbst niemanden erreichen können? Fest steht, wir entwickeln uns nur außerhalb unserer Wohlfühlzone weiter.  

 

Weiterentwicklung geschieht nur

außerhalb der Komfortzone!

 

  Daher ist es gerade für hochsensitive Menschen so wichtig, trotz ihrer häufigen Überforderung, mit unserer lauten und schnelllebigen Welt, immer wieder “rauszugehen” und sich den Herausforderungen zu stellen. Denn nur so wachsen wir, nur so können wir Erfahrungen sammeln, die uns reifer, weiser und menschlich größer machen. Und auch den Umgang mit unterschiedlichen Reizen lernen wir so schneller und besser.  Bleiben wir zu lange innerhalb unserer Komfortzone, passiert leider das genaue Gegenteil von dem, was wir uns eigentlich wünschen. Anstatt uns weiterzuentwickeln und unsere Ziele zu verfolgen, treiben wir zurück. Wir werden bequem und immer kraftloser.

 

Da alles immer gleich bleibt und es keine neuen Reize oder Herausforderungen für uns gibt, fangen wir an uns zu langweilen. Die Motivation uns aufzuraffen sinkt und irgendwann fühlen wir uns nicht nur saft- und kraftlos sondern komplett demotiviert. Von dort ist es nicht mehr weit in Richtung einer Depression. Es kommt eine Abwärtsspirale in Gang, aus der wir nur fliehen können, wenn wir uns der Außenwelt, also dem Bereich außerhalb unserer Komfortzone stellen und uns vor allem unserer Angst stellen. Gerade für zartbesaitete Hochsensible ist das nicht immer leicht aber auch für sie gibt es keinen anderen Weg als die Konfrontation mit dem Leben, so wie es eben ist.

 

Hochsensitive sollten nicht den Fehler machen und sich vor der Welt verstecken. Natürlich müssen wir uns nicht die volle Dröhnung geben und gleich auf das nächste Heavy-Metall Konzert rennen, das wäre sicher für die meisten von uns zu viel des Guten. Aber dosiert, mit einer Schritt für Schritt Steigerung, ist viel mehr möglich als wir uns oftmals zutrauen. Ein geflügeltes Wort besagt: Alles was du dir erträumst, ist auf der anderen Seite der Angst. Die Angst ist die Grenze zwischen Komfortzone und der Wachstumszone, also der Zone, in der wir uns weiterentwickeln und wo das Leben auf uns wartet, von dem wir schon so lange träumen. Wenn du deine Komfortzone verlässt, immer wieder, passiert Magie.   

 

Alles was du dir erträumst, ist auf der

anderen Seite der Angst.