Wie kann ich mich nur besser abgrenzen? Das höre ich in meinen Coachings und bei den Stammtisch- Treffen meiner Stuttgarter Hochsensitiven Gruppe sehr, sehr oft. Es ist eine der Fragen, die wirklich fast jeden Hochsensiblen früher oder später stark beschäftigen. Aus diesem Grund möchte ich hier einmal auf eine gelungene und nachhaltige Abgrenzungsfähigkeit eingehen, die in meinen Augen für ein entspanntes und freudvolles Leben feinfühliger Menschen grundlegend ist. 

 

Um dich abzugrenzen, musst du erstmal wissen

wo deine Grenzen überhaupt sind.

 

Um dich wirklich gut abgrenzen zu können, musst du zunächst mal wissen wo deine eigenen Grenzen sind. Hilfreich ist es, daran zu denken  in welchen Situationen man Schwierigkeiten hat, Nein zu sagen und sich dann in Ruhe zu überlegen wie man in der Situation anders als bisher reagieren könnte. Wenn man z.B. Probleme hat, Einladungen auszuschlagen, dann kann man sich Alternativen zu einem Ja bzw. einem klaren Nein überlegen. Ein Nein auszusprechen ist erstmal unser gutes Recht und von angenehmen Zeitgenossen, die uns wohl gesonnen sind, wird es auch anstandslos akzeptiert und respektiert. Probleme mit Ablehnung haben vor allem Menschen, die von unserer Grenzenlosigkeit profitieren. Das sind zum Beispiel narzisstisch veranlagte Menschen, deren Leben sich praktisch nur um sich selbst dreht und die darauf angewiesen sind, dass ihr Umfeld sie bewundert und ihnen ständig ihre Aufmerksamkeit schenkt. 

 

Auch Menschen mit einer Borderline Störung haben häufig Probleme mit Nähe und Distanz und tendieren daher dazu, uns entweder über die Maßen zu bewundern oder uns vollständig abzuwerten. Beides gerne in schnellem Wechsel. Dass dieses grenzenlose Verhalten einem hochsensiblen Menschen nicht gut tut, brauche ich sicher nicht zu betonen. Es gilt daher, dass wir uns unser Gegenüber genau anschauen und nicht vorschnell eine Zusage machen, für was auch immer. Feinfühlige, empathische Menschen sind häufig so hilfsbereit und gutmütig, dass sie aus lauter Hilfsbereitschaft völlig vergessen daran zu denken ob ihnen ihr “Ja” überhaupt gut tut und sie es später nicht bereuen werden. Daher lautet mein erster Tipp um sich mit Leichtigkeit abzugrenzen:

 

Bitte um Bedenkzeit!

 

Es ist niemand böse, wenn man sagt, dass man jetzt sofort noch nicht zusagen kann und man noch eine oder zwei Nächte (oder mehr) darüber schlafen will. Gerade in Situationen, in denen man gestresst ist, kann man nicht klar denken und hat keine gute Anbindung an den inneren Navi – die eigene Intuition, daher ist es mehr als sinnvoll sich Bedenkzeit zu nehmen und abzuwarten, bis man wieder entspannter ist und klarer denken kann.

 

Der zweite Tipp, ist in sich hineinzuspüren ob man eine Bitte abschlagen sollte oder nicht. Wenn wir zur Ruhe kommen und in unsere Mitte, zum Beispiel in Form einer Meditation oder eines ausgedehnten Spaziergangs im Grünen, spüren wir sehr klar ob wir Nein oder Ja sagen wollen. Diese Zeit sollten wir uns nehmen! Auch sind wir dann so gut mit unserer Intuition verbunden, dass uns meist auch gleich noch einfällt wie genau wir absagen könnten, falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine Absage das beste für uns ist. Stelle daher immer erst eine Verbindung mit deiner Intuition her, bevor du dich für oder gegen etwas entscheidest.
Und ja, manchmal gibt es Situationen in denen schnelles Entscheiden gefragt ist und genau deshalb solltest du üben, dich mit deiner Intuition zu verbinden. Das ist wie in einem Fitnesscenter, wenn du versuchst Muskeln aufzubauen. Du musst regelmäßig üben und irgendwann klappt es. Auch deine Intuition will trainiert werden. 

 

 Spüre in dich hinein!

 

Tipp Nr. 3: Lerne wertschätzend und selbstbewusst Nein zu sagen. Dazu gehört, dass du dir klar machst, dass ein Nein zu anderen ein Ja zu dir selbst ist. Andere Menschen spüren wenn du ein Ja zähneknirschend sagst und es eigentlich nicht so meinst. Das ist für niemanden angenehm (außer es handelt sich um sehr egoistische Menschen, denen tatsächlich egal ist, wie es dir dabei geht, das sind aber die wenigsten). Dein Gegenüber fühlt sich bei einem unechten Ja schlechter als bei einem echten und klaren Nein. Außerdem kannst du lernen wie du ein Nein so “verpackst”, dass es trotzdem freundlich und empathisch rüberkommt. 

 

Ein Nein zu anderen ist ein Ja zu dir.

 

Wenn du lernen möchtest wie man wertschätzend und empathisch Nein sagt, melde dich gerne bei mir.